Friedrich Funder Institut

Veranstaltungsarchiv

Sprache in Politik, Wirtschaft und Medien

Freitag, 16. September 2011
Seminarhotel Springer Schlößl, Tivoligasse 73, 1120 Wien

Programm:

9.30 Uhr bis 9.45 Uhr:
Eröffnung und Einführung ins Thema:
Prof. Werner Mück (Präsident Friedrich Funder Institut)

11.00 Uhr bis 12.00 Uhr
Agenda Setting in der Poliitk
Kontinuität und Wandel in der österreichischen Wahlkampfkommunikation 1966-2006“
Langzeitstudie Dr. Gabriele Melischek (ÖAW)

12.00 Uhr bis 13.00 Uhr:
Politische und gesellschaftliche Einstellungen von Journalisten
Kluft zwischen veröffentlichter Meinung und Meinung der schweigenden Mehrheit
Prof. Matthias Karmasin (Universität Klagenfurt)

13.00 Uhr bis 14.30 Uhr:
Mittagspause

14.30 – 15.00 Uhr
Impulsreferat:
Re-wording der Bundesforste
Mag. Bernhard Schragl

15.15 Uhr bis 16.30 Uhr:
Panel „Trends Wirtschaftskommunikation“
mit
Mag. Peter Schiefer (Pressesprecher der IV),
Michael Mauritz (Erste Group)
Christian Lenhardt (Menedetter PR)
Mag. Nikola Donig (Head of Communication, Hypo Alpe Adria)
Thomas Weber (Monopol Verlag)
Moderation: Milan Frühbauer

16.45 Uhr bis 18.00 Uhr:
Panel „Trends politische Kommunikation“:
mit
Stefan Wallner (Bundesgeschäftsführer Grüne)
Herbert Kickl (Generalsekretär FPÖ)
Christian Ebner (Generalsekretär BZÖ)
Johannes Rauch (Generalsekretär ÖVP)
Laura Rudas (Bundesgeschäftsführerin SPÖ)
Moderation: Gerhard Jelinek (ORF)

Ab 19.30 Uhr:
Abendveranstaltung
Vom Coachingsprech zur verständlichen Sprache? Welche Sprache brauchen Journalisten für ihre Arbeit? Welche Sprache und Ausdrücke will der Leser?
Podium:
Claus Reitan (CR Die Furche),
Herbert Lackner (CR Profil),
Edgar Schütz (APA),
Eva Weissenberger (Kleine Zeitung),
Stefan Kaltenbrunner (Datum).
Moderation: Prof. Werner Mück

Anmeldung und Information:
Dr. Saskia Dragosits
Telefon: +43-1-814 20 – 39
Fax: +43-1-814 20 – 61
E-Mail: sekretariat@ffi.at

FFI-Forum

Neue Termine für FFI-Foren finden Sie unter der Rubrik FFI-Forum.

Weitere Termine zu Veranstaltungen werden in Kürze bekannt gegeben

FFI-Forum: Wie geht’s weiter nach den Landtagswahlen?
Veranstaltungsbericht (12.10.2010)

Kittner: Weckruf zur richtigen Zeit

Beim Friedrich Funder Institut-Forum (FFI-Forum) „Wie geht’s weiter nach den Landtagswahlen?“ im Forum Mozartplatz diskutierten die Kurier-Journalistin Daniela Kittner mit dem Meinungsforscher Rudolf Bretschneider unter der Moderation von ORF-Journalist Gerhard Jelinek die bundespolitischen Konsequenzen der Landtagswahlen in Wien und der Steiermark.

SPÖ droht Außenbezirke zu verlieren

Daniela Kittner, Ressortleiterin Innenpolitik der Tageszeitung Kurier, sieht im Wiener Wahlergebnis eine interessante Entwicklung. Das Wahlverhalten der Bewohner innerhalb des Gürtels und den Außenbezirken wie etwa Simmering und Floridsdorf drifte immer mehr auseinander. Die SPÖ laufe Gefahr, die Flächenbezirke nachhaltig an die Freiheitlichen zu verlieren. Die ÖVP haben den Fehler begangen, sich nicht um lokale Themen zu kümmern. Außerdem habe die Wahlkampfleitung dem Wähler keine Argumente gebracht, warum man ÖVP wählen solle. Slogans wie „frischer Wind“, „schwarzer Pfeffer“ oder ein „Geilomat“ sind keine politischen Inhalte.

Falsche Positionierung von Spitzenkandidatin Marek

Weiters habe es einen Widerspruch zwischen Kandidatin und Themensetzung gegeben. Eine sympathische und liberale Staatssekretärin mit einer ausgewiesenen Expertise im Bereich der Familienpolitik in eine „Recht und Ordnung“-Politikerin, die Zwangsarbeit fordert, zu verwandeln, müsse zwangsläufig scheitern. Daraus aber die These zu entwickeln, wie es viele Leitartikler nach der Wahl getan hätten, dass die ÖVP in den Städten nicht gewinnen könne, sei grundfalsch: Michael Strugl in Oberösterreich und Siegfried Nagl in Graz hätten gezeigt, wie bürgerliche Politik in Städten erfolgreich sein könne: dort habe man sich für Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kindergartenplätze und den Ausbau von Ganztagsschulplätzen eingesetzt und dem Bürger so vermittelt, dass man seinen Alltagssorgen kennt und ernstnimmt.

Wahlergebnis ohne Auswirkungen auf Bundespolitik

Kittner geht davon aus, dass das Wahlergebnis keine großen Auswirkungen auf den Bund haben wird: „Ich hoffe sogar, dass die Ergebnisse in Wien und der Steiermark ein Weckruf für die Bundesregierung sind. Jetzt sollte die Regierung mit einem soliden Budgetentwurf Vertrauen beim Bürger schaffen.“ Auch in Wien werde sich nicht viel ändern. Bürgermeister Häupl werde in Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP und den Grünen treten und sich dann wegen der besseren ökonomischen Expertise der Volkspartei und den guten Kontakten der Stadt Wien zur Wirtschaftskammer aus Amtsräson für eine Zusammenarbeit mit der ÖVP entscheiden.

Schwächen bei der Wahlanalyse

Rudolf Bretschneider appellierte ans Publikum, dass die Wähler nicht immer und blind allen Wahlanalysen vertrauen sollten. So fanden sich in der Nachwahlberichterstattung zahlreiche Rechenfehler. Laut der Tageszeitung „Die Presse“ haben etwa 20 Prozent der Wienerinnen und Wiener mit Migrationshintergrund und 26 Prozent der Wähler ohne Migrationshintergrund die FPÖ gewählt. Wie die FPÖ unter diesen Umständen auf ein Wahlergebnis von 27 Prozent kommt, ist nicht nur Bretschneider ein Rätsel. Schlampereien wie diese zeigen für Bretschneider, dass auch Zahlen von Wahlanalysen nicht immer erhellend sein müssen. Abschließend bemängelte der Meinungsforscher, dass es die Oppositionsparteien ÖVP und Grüne verabsäumt hätten, kommunalpolitische Themen anzusprechen. Für Wien selber wünscht sich Bretschneider einen Abbau der überbordenden Verwaltung.

Ein Bildprotokoll zur Veranstaltung finden Sie unter flickr

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BU: (v.l.n.r) Rudolf Bretschneider, Meinungsforscher, Heidi Glück, Vizepräsidentin des Friedrich Funder Instituts , Daniela Kittner, Kurier und Gerhard Jelinek, ORF, diskutierten die Auswirkungen der Wiener Wahl für die Bundespolitik.

FFI-Forum: Was dürfen Medien?
Veranstaltungsbericht (03.05.2010)

Am 3. Mai 2010 veranstaltete das „Friedrich Funder Institut“ im Radio Café des Funkhauses ein FFI Forum zum Thema „Was dürfen Medien?“.

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Die Medienexperten Christoph Kotanko, Gottfried Korn, Moderatorin Martina Salomon, Hermann Petz und Sylvia Wörgetter diskutierten Grenzen der Pressefreiheit.

Die Massenmedien als vierte Gewalt im demokratischen Staat genießen besondere Freiheiten. Aber auch Meinungs- und Pressefreiheit sind nicht schrankenlos, sondern unterliegen gesetzlichen, professionellen und ethischen Normen. Diese Normen werden immer wieder verletzt, weshalb sich eine prominente Expertenrunde über die Grenzen der Medienfreiheit austauschte.

Konstruierte Wirklichkeiten

Kurier Chefredakteur Christoph Kotanko nahm die Medien und die Journalisten selbst in die Pflicht und meinte, Medien tragen Verantwortung für die von ihnen inszenierte Wirklichkeit. Als Beispiel nannte er die gegenwärtige Griechenlandkrise. Es gebe leider immer wieder Kollegen, die für ein gutes Demonstrationsbild bezahlte Komparsen engagieren. Dass stelle eine klare Grenzüberschreitung journalistischer Kompetenz dar und führe zu konstruierten Wirklichkeiten, die den Bürger misstrauisch machen: „Leider gibt es ja bei vielen Lesern mittlerweile den latenten Verdacht, dass alles inszeniert sei.“ Aufgabe eines seriösen Journalismus sei aber darzustellen, zu berichten und zu dokumentieren, aber nicht zu inszenieren und künstliche Wirklichkeiten zu konstruieren.

Anliegen der Bevölkerung vertreten

Hermann Petz, Vorstand der Moser Holding, sieht für sein Unternehmen klare Richtlinien: „Jede Geschichte, die wir in unseren Zeitungen bringen, muss wahr sein, anständig und redlich. Die Moser Holding sehe sich als Vertreter der Anliegen der Bevölkerung und gebe diese authentisch wieder.“ Der Leser reagiere mittlerweile sensibel auf „Verhaberungen“. Redlicher Journalismus bringe dem Konzern langfristig mehr als kurzfristige Sensationen, so die Überzeugung des erfolgreichen Medienmanagers.

Persönlichkeitsrechte der Bürger schützen

Der Medienanwalt Gottfried Korn monierte, dass die heutige Zeit und die modernen Massenmedien von Tabubrüchen leben. Es sei traurige Realität, dass Persönlichkeitsrechte von Bürgern täglich mit Füßen getreten werden. Das erschreckende an diesen Befund sei für ihn, dass dieser längst nicht nur mehr für den Bereich der Boulevardmedien gelte. Daher mahne er als Anwalt Respekt vor den Persönlichkeitsrechten des einzelnen Bürgers ein.

Sorgfaltspflicht versus Informationspflicht

Die Journalistin Sylvia Wörgetter, Chefin vom Dienst der Salzburger Nachrichten, sieht die Journalisten auch in einem Interessenkonflikt. Schließlich entspreche die Pflicht zur Information nicht der Pflicht zur Sorgfalt bei schutzwürdigen Inhalten. Diesen Spagat müsse Qualitätsjournalismus aber schaffen, wenn er langfristig seine Legitimation nicht verlieren wolle, so Wörgetter abschließend.

Anmerkung: Tonbandprotokoll (33 MB) der Veranstaltung: ffi_forum_03052010.mp3

Ein Bildprotokoll zur Veranstaltung finden Sie unter flickr

Pressestimmen zur Veranstaltung finden Sie unter den unten angeführten Links:
Medienmanager
APA
TirolerTageszeitung

Einladungstext

Als vierte Gewalt im demokratischen Staat genießen Medien besondere Freiheiten. Die wertvollen Güter der Meinungs- und Pressefreiheit unterstützen die freie Meinungsbildung der Bürger. Pressefreiheit bedeutet, dass Ausrichtung, Inhalt und Form des Presseerzeugnisses frei bestimmt werden, dass Informanten geschützt werden und das Redaktionsgeheimnis gewahrt bleibt. Aber auch Meinungs- und Pressefreiheit sind nicht schrankenlos, sondern unterliegen gesetzlichen, professionellen und ethischen Normen. Wo aber liegen die Grenzen, Widersprüche und Unschärfen dieser Normen?

Dr. Martina Salomon (Die Presse) im Gespräch mit Mag. Hermann Petz (Vorstand Moser Holding), Dr. Christoph Kotanko, Sylvia Wörgetter (CVD Salzburger Nachrichten) und Dr. Gottfried Korn (Medienanwalt).

Deutschland nach der Wahl – Veranstaltungsbericht

Zeit: Mittwoch, 30. September 2009, 19:30 Uhr
Ort: Politische Akademie, Tivoligasse 73, 1120 Wien

Podium:

Beate Merk, Bayrische Justizministerin, CSU
Ralf Thomas Baus, Leiter Innenpolitk, Konrad Adenauer
Stiftung in Berlin
Karlheinz Kopf, Klubobmann der ÖVP
im Gespräch mit
Werner Mück, Präsident des Friedrich Funder Instituts


Bürgerliche Wende in Deutschland

Deutschland will und braucht eine bürgerliche Wende. Für die wirtschaftliche Gesundung nach der Wirtschaftskrise ist eine schwarz-gelbe Koalition das Beste, was Deutschland passieren konnte, so der Tenor des FFI-Forums mit Klubobmann Karlheinz Kopf und der Bayrischen Justizministerin Beate Merk.

„Das Verständnis, dass nur große Koalitionen etwas Großes bewegen können, ist schlichtweg falsch. Gerade kleine Koalitionen schaffen nachhaltige Reformen. Eine von Stabilität geprägte bürgerliche Mehrheit in Deutschland ist daher ein Signal an die übrigen europäischen Länder“, meinte Klubobmann Kopf. Bisher bremsten bei wirtschaftlichen Umgestaltungen in Deutschland immer die Sozialdemokraten. Mit einer wirtschaftsliberalen Partei wie der FDP in der Regierung können längst überfällige Reformen beschlossen werden, um Deutschland wieder auf die Überholspur zu bringen. Ein halbes Prozent Wirtschaftswachstum bringe immerhin drei Milliarden Euro, was soviel wie eine Verwaltungsreform in Österreich bringe. Die wirtschaftliche Gesundung Deutschlands sei auch im vitalen Interesse Österreichs, das Deutschland nach wie vor der wichtigste Handelspartner Österreichs sein.

Beate Merk, bayrische Justizministerin, betonte, die wesentliche Ziele der neuen bürgerlichen Regierung wären einfach verständliche Steuergesetze, Steuererleichterungen und Steuersenkungen sowie eine Ankurbelung der Wirtschaft. Außerdem brauche Deutschland einen Mentalitätswandel. „Es kann nicht mehr länger sein, dass wir in Deutschland mit dem Finger auf Leute zeigen, die junge Menschen ausbilden und Arbeitsplätze schaffen. Leistung muss wieder ein Kernwert Deutschlands werden, so Beate Kopf.

Sozialdemokratie in der Sinnkrise

Die Bundestagswahlen in Deutschland haben gezeigt, dass die Zeiten für beide Volksparteien härter werden. Wahlerfolge jenseits der 50 Prozent-Marke sind wegen der gesellschaftlichen Heterogenität heute kaum mehr erreichbar. Dennoch trifft der Wandel im Wahlverhalten die Sozialdemokraten deutlicher als die Christdemokraten. „Das Dilemma der früheren Arbeiterpartei SPD ist, dass sie nicht mehr weiß, wofür sie steht und welche Wähler sie vertreten soll“, so Merk. Ralf Güldenzopf von der Konrad Adenauer Stiftung präzisierte: „Facharbeiter sowie Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen haben mehrheitlich CDU/CSU gewählt. Die Christdemokratie vertritt heute die Interessen der arbeitenden Bevölkerung, während sich die Linke vor allem auf Empfänger von Transferleistungen als Stammwähler konzentriert“, so Güldenzopf. Für die Christdemokratie sei es notwendig, diese neuen Wählersegmente optimal zu betreuen und sie mittelfristig zu Stammwählern zu machen.