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FFI-Forum
In öffentlichen Veranstaltungen diskutieren wir mit Experten und Medienmachern branchenspezifische Fragestellungen und/oder gesellschaftspolitisch Relevantes. Mit dem Forum bieten wir Medienarbeitern und Journalisten die Möglichkeit sich zu vernetzen und aktuelle Branchentrends zu diskutieren und mitzugestalten.
Termine: FFI-Forum: Was dürfen Medien? Veranstaltungsbericht (03.05.2010)
Am 3. Mai 2010 veranstaltete das „Friedrich Funder Institut“ im Radio Café des Funkhauses ein FFI Forum zum Thema „Was dürfen Medien?“.

Die Medienexperten Christoph Kotanko, Gottfried Korn, Moderatorin Martina Salomon, Hermann Petz und Sylvia Wörgetter diskutierten Grenzen der Pressefreiheit.
Die Massenmedien als vierte Gewalt im demokratischen Staat genießen besondere Freiheiten. Aber auch Meinungs- und Pressefreiheit sind nicht schrankenlos, sondern unterliegen gesetzlichen, professionellen und ethischen Normen. Diese Normen werden immer wieder verletzt, weshalb sich eine prominente Expertenrunde über die Grenzen der Medienfreiheit austauschte.
Konstruierte Wirklichkeiten
Kurier Chefredakteur Christoph Kotanko nahm die Medien und die Journalisten selbst in die Pflicht und meinte, Medien tragen Verantwortung für die von ihnen inszenierte Wirklichkeit. Als Beispiel nannte er die gegenwärtige Griechenlandkrise. Es gebe leider immer wieder Kollegen, die für ein gutes Demonstrationsbild bezahlte Komparsen engagieren. Dass stelle eine klare Grenzüberschreitung journalistischer Kompetenz dar und führe zu konstruierten Wirklichkeiten, die den Bürger misstrauisch machen: „Leider gibt es ja bei vielen Lesern mittlerweile den latenten Verdacht, dass alles inszeniert sei.“ Aufgabe eines seriösen Journalismus sei aber darzustellen, zu berichten und zu dokumentieren, aber nicht zu inszenieren und künstliche Wirklichkeiten zu konstruieren.
Anliegen der Bevölkerung vertreten
Hermann Petz, Vorstand der Moser Holding, sieht für sein Unternehmen klare Richtlinien: „Jede Geschichte, die wir in unseren Zeitungen bringen, muss wahr sein, anständig und redlich. Die Moser Holding sehe sich als Vertreter der Anliegen der Bevölkerung und gebe diese authentisch wieder.“ Der Leser reagiere mittlerweile sensibel auf „Verhaberungen“. Redlicher Journalismus bringe dem Konzern langfristig mehr als kurzfristige Sensationen, so die Überzeugung des erfolgreichen Medienmanagers.
Persönlichkeitsrechte der Bürger schützen
Der Medienanwalt Gottfried Korn monierte, dass die heutige Zeit und die modernen Massenmedien von Tabubrüchen leben. Es sei traurige Realität, dass Persönlichkeitsrechte von Bürgern täglich mit Füßen getreten werden. Das erschreckende an diesen Befund sei für ihn, dass dieser längst nicht nur mehr für den Bereich der Boulevardmedien gelte. Daher mahne er als Anwalt Respekt vor den Persönlichkeitsrechten des einzelnen Bürgers ein.
Sorgfaltspflicht versus Informationspflicht
Die Journalistin Sylvia Wörgetter, Chefin vom Dienst der Salzburger Nachrichten, sieht die Journalisten auch in einem Interessenkonflikt. Schließlich entspreche die Pflicht zur Information nicht der Pflicht zur Sorgfalt bei schutzwürdigen Inhalten. Diesen Spagat müsse Qualitätsjournalismus aber schaffen, wenn er langfristig seine Legitimation nicht verlieren wolle, so Wörgetter abschließend.
Anmerkung: Tonbandprotokoll (33 MB) der Veranstaltung: ffi_forum_03052010.mp3
Ein Bildprotokoll zur Veranstaltung finden Sie unter flickr
Pressestimmen zur Veranstaltung finden Sie unter den unten angeführten Links:
Medienmanager
APA
TirolerTageszeitung
Einladungstext
Als vierte Gewalt im demokratischen Staat genießen Medien besondere Freiheiten. Die wertvollen Güter der Meinungs- und Pressefreiheit unterstützen die freie Meinungsbildung der Bürger. Pressefreiheit bedeutet, dass Ausrichtung, Inhalt und Form des Presseerzeugnisses frei bestimmt werden, dass Informanten geschützt werden und das Redaktionsgeheimnis gewahrt bleibt. Aber auch Meinungs- und Pressefreiheit sind nicht schrankenlos, sondern unterliegen gesetzlichen, professionellen und ethischen Normen. Wo aber liegen die Grenzen, Widersprüche und Unschärfen dieser Normen?
Dr. Martina Salomon (Die Presse) im Gespräch mit Mag. Hermann Petz (Vorstand Moser Holding), Dr. Christoph Kotanko, Sylvia Wörgetter (CVD Salzburger Nachrichten) und Dr. Gottfried Korn (Medienanwalt).
Informationen:
Tanja Stetina
Email: sekretariat@ffi.at
Tel.: 01/814 20-39
Fax: 01/814 20-61